Therapeutenkolloquium

Das Therapeutenkolloquium dient im Rahmen eines Gespräches zweier Dozenten der MGKB mit dem Kandidaten der Prüfung des erworbenen Wissens, der praktischen Fertigkeiten und der therapeutischen Handlungsmöglichkeiten in der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie mit der KiP.

Grundlage des Gesprächs bildet die schriftliche Darstellung eines Behandlungsberichtes mit folgender Abfolge:

1. Spontanangaben des Patienten zu seinen Beschwerden und Symptomen
    am Beginn der Behandlung

2. Darstellung der lebensgeschichtlichen Entwicklung und Krankheitsanamnese

a) Familienanamnese b) körperliche Entwicklung c) psychische Entwicklung d) soziale Entwicklung mit besonderer Berücksichtigung der familiären und beruflichen Situation, des Bildungsganges und der Krisen in phasentypischen Schwellensituationen.
(Bereits früher durchgeführte psychotherapeutische Behandlungen und möglichst alle wesentlichen Erkrankungen, die ärztlicher Behandlung bedurften, sollen erwähnt werden).

3. Psychischer Befund

a)     emotionaler Kontakt, Intelligenzleistungen und Differenziertheit der Persönlichkeit, Einsichtsfähigkeit, Krankheitseinsicht, Motivation des Patienten­ zur Psychotherapie.

b)     Bevorzugte Abwehrmechanismen, ggf. Art und Umfang der infantilenFixierungen, Persönlichkeitsstruktur,

c)    Psychopathologischer Befund (z.B. Bewußtseinsstörungen; Störungen der Stimmungslage, der effektivität und der mnestischen Funktionen;Wahnsymptomatik, suicidale Tendenzen).

4. Eventuell chronifizierende Faktoren

5. Psychodynamik der neurotischen Erkrankung

Darstellung der neurotischen Entwicklung und des intrapsychischen neurotischen Konfliktes mit der daraus folgenden Symptombildung. (Zeitpunkt des Auftretens der Symptome und auslösende Faktoren im Zusammenhang mit der Psychodynamik, auch der interpersonellen Dynamik, sind zu beschreiben.) Bei strukturellen Störungen sind die Strukturdefizite zu beschreiben und ist ein davon abgesetztes, aktuell wirksames Krankheitsgeschehen in seiner Psychodynamik darzustellen.

6. Diagnose(ICD-10)

7. Behandlungsplan und Zielsetzung der Therapie

8. Darstellung der Behandlungsschritte und Abfolge der Therapie unter Einbeziehung der Symbolinterpretation und des Übertragungs-Gegenübertragungsgeschehens

9. Therapieergebnis